An den unregelmäßig verteilten Bindungspunkten, die sich gegenseitig nicht berühren, sind die Atlasbindungen erkennbar. Diese Bindungsart bringt jeweils den größten Teil des Fadensystems auf eine Seite, so dass das wertvolle Material meist auf der Stoffoberseite liegt. Bei Atlas sind mindestens fünf Schussfäden im Bindungsrapport.

Aus den Grundbindungen lassen sich zahllose Bindungsvarianten entwickeln. Kleine Muster werden mit Schaftmaschinen gewebt, großflächige Motive, wie Blumen etc. mit Hilfe der nach ihrem Erfinder benannten Jaquard-Maschine, bei der mehr als 1000 Kettfäden bliebig gesteuert werden können, hergestellt.
Qualität, Optik, Griff und Fall eines Gewebes werden bestimmt durch:
1. Rohstoff,
2. Garnqualität und Struktur,
3. Anzahl der Kett- und Schussfäden je cm,
4. Anzahl der eingesetzten Kett- und Schusssysteme,
5. Musterung durch Schaft- und Jaquard-Maschine, Flortechnik etc.,
6. Ausrüstung.
Die Gestaltungsmöglichkeiten sind enorm vielseitig. Rohstoff, Garn, Webtechnik und Ausrüstung werden jeweils auf das vorgesehene Einsatzgebiet (Bekleidung, Heimtextilien, techn. Gewebe) abgestimmt. Neben Unistoffen können auch längs- und quergestreifte Artikel sowie Schotten- und Karomuster gewebt werden. Mit Zusatzeinrichtungen sind Reliefgewebe (Frotierwaren, Samt, Plüsch, etc.) möglich.
Die Ausrüstung bietet mit Färben, Drucken, Prägen, Rauhen, Schmirgeln, um nur einige Verfahren zu nennen, nochmals vielseitige Möglichkeiten, den verschiedenen Webwaren über die bindungstechnische Musterung hinaus das endgültige Aussehen zu geben.