Die Baumwollpflanzen sind eine Gattung aus der Familie der Malvengewächse. Aus den Samenhaaren der Bauwollpflanze wird die Naturfaser Baumwolle gewonnen. Für die Textil- und Bekleidungsindustrie werden spezielle Kulturbaumwollarten angebaut. In der Textilindustrie unterscheidet man die Baumwolle nach der Faserlänge. Je länger die Baumwollfasern sind, desto hochwertiger wird die Baumwolle eingestuft. Standardmäßig wird in der Textilindustrie Baumwolle mit einer Faserlänge von 20 bis 40 mm verwendet. Baumwolle mit einer Faserlänge unter 10 mm ist für die Textilindustrie nicht zu gebrauchen. Die beiden größten Baumwollproduzenten der Welt sind die Volksrepublik China und die USA. Im Jahr 2005 hatte China einen Anteil von 24,27% der weltweiten Produktion was einem Gewicht von 6.320.000 t entspricht. Die USA lag mit einem Anteil von 19,44% was einem Volumen von 5.062.000 t entspricht hinter China auf Rang 2 der weltweit größten Baumwollproduzenten. Baumwolle soll bereits ca. 12.000 v. Chr. Von den Ägyptern zur Kleidungsherstellung verwendet worden sein. Baumwolle wurde früher im Orient auch als weißes Gold bezeichnet.
Bei der Aufarbeitung der Baumwolle gehen nur ca. 10 % des Gewichts verloren. Als erstes wird bei der Aufarbeitung die Wachs-, Eiweiß- und andere Pflanzenreste entfernt. Übrig bleibt dann noch ein natürliches Polymer aus Zellulose. Durch die besondere Anordnung der Zellulose, die während des Wachstums entsteht, hat die Baumwolle eine sehr hohe Reißfestigkeit. Bei der Aufarbeitung der Baumwolle wird der Fruchtstand der Baumwolle, der auch Baumwollball genannt wird geöffnet. Hierdurch trocknen die Fasern aus und verhaken sich untereinander. Anschließend wird die Baumwolle zu einem feinen Garn gesponnen, dass dann beliebig weiter verarbeitet werden kann.
In Konkurrenz zur Baumwolle stehen heutzutage chemisch hergestellte Kunstfasern. Baumwolle hat gegenüber den Kunstfasern den Vorteil, dass sie sehr saugfähig ist. Sie kann bis zu 80 % ihres Gewichtes an Wasser aufnehmen. Sind die Baumwollfasern allerdings einmal nass geworden, trocknen sie nur sehr langsam wieder. Außerdem sind Baumwollstoffe sehr hautfreundlich und haben ein sehr geringes Allergiepotential. Diese Eigenschaften machen die Baumwolle so interessant für die Textilindustrie. Erst im Jahr 2004 wurden erstmals chemisch erzeugte Fasern und hier insbesondere Polyesterfasern häufiger verwendet als Baumwollfasern. Heute ist Baumwolle somit an zweiter Stelle der am meisten verwendeten Fasern.
Neben der Textil- und Bekleidungsindustrie wird Baumwolle auch noch in anderen Industriezweigen verwendet. Als Beispiele wären hier Verbandmaterial in der Medizin und Watte in der Kosmetikbranche zu nennen. Auch machen Papiersorten und Fischernetze werden aus Baumwollfasern gefertigt. In Form von Nitrocellulose dient Baumwolle auch bei der Herstellung von Munition und Sprengstoff. Das Öl, das sich aus den Baumwollsamen gewinnen lässt, kann in raffiniertem Zustand als Speiseöl oder auch als Brennstoff verwendet werden. Zudem ist das Baumwollöl ein Grundstoff der Kosmetikindustrie.
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