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Viskose

Viskose ist die Kurzform für Viskosefasern und bedeutet Zellwolle. Viskose sind natürliche Kunstfasern, die über das Viskoseverfahren industriell hergestellt werden. Das Viskoseverfahren ist seit 1911 bekannt und wurde im selben Jahr vom Chemiker Fremery und den Ingenieur Urban zum Patent angemeldet. Der Grundstoff der Viskosefaser ist Zellulose. Die chemische Zusammensetzung der Viskosefasern ähnelt der Zusammensetzung von natürlicher Baumwolle. Auch der Faserdurchmesser von ca. 10 bis 15 ?m und die Länge von ca. 40 mm ist der Baumwolle sehr ähnlich. Im Gegensatz zum Naturprodukt Baumwolle kann der Charakter der Viskosefaser variiert werden. So kann mittels des Viskoseverfahrens die Farbe, glänzendes oder mattiertes Aussehen, Faserlänge, -dicke und auch der Faserquerschnitt beeinflusst werden. Eine besondere Variante der Viskose ist Cellophan.

Viskose wird in ähnlichen Gebieten wie Baumwolle eingesetzt. Jedoch hat die Viskose im Gegensatz zur Baumwolle im nicht textilen Bereich größere Marktanteile, da die Fasern beliebig beeinflussbar sind. Ein Beispiel für die Anwendung im nicht textilen Bereich sind Intimhygieneprodukte wie Tampons wegen der günstigeren Flüssigkeitsaufnahmeeigenschaften.

Beim Viskoseverfahren wird Zellstoff der im Allgemeinen aus Holz gewonnen wird mit Natronlauge versetzt. In der Natronlauge quillt die Zellulose auf und bildet Natronzellulose. Auf diese lässt man anschließend Schwefelkohlenstoff einwirken. Bei diesem Prozess entsteht Natriumxanthogenat. Dieser orangefarbene Stoff ist in NaOH-Lösung lösbar und bildet darin eine viskose (dickflüssige) Lösung. Daher stammt auch der Name Viskose. Diese dickflüssige Masse stellt die Viskose-Spinnmasse dar. Im klassischen Herstellungsprozess wird ein Schwefelsäurespinnbad eingesetzt. Die Viskose-Spinnmasse wir mittels Pumpen durch Spinndüsen mit einem Lochdurchmesser von 50 ?m gepresst. Das in der Spinmasse enthaltene Natrium-Zellulosexanthogenat zerfällt in der Säure wieder in seine Ausgangsmaterialien Zellulose und Schwefelkohlenstoff. Gleichzeitig bildet Die Natronlauge der Viskosespinnmasse mit der Schwefelsäure des Spinnbades Natriumsulfat, das als Nebenprodukt bei der Viskoseherstellung an Waschmittelhersteller verkauft wird. Nach der Herstellung wird das frische Spinnkabel im Zuge der Festigkeitserhöhung noch auf die gewünschte Faserlänge geschnitten. Für das Baumwollähnliche Aussehen wird die frische Viskose dann noch gewaschen und chlorfrei gebleicht. Aus den Viskosefasern werden dann analog dem Spinnen von Baumwolle dünne Viskosefäden gesponnen.

 

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