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Wolle

Der Begriff Wolle stamm vom indogermanischen Wort „uel“, was übersetzt rupfen, reißen oder drehen bedeutet.. Als Wolle bezeichnet man die weichen Haare des Fels einiger Säugetiere, insbesondere von Schafen. Wolle gehört wie Seide und Kasein zu den Proteinfasern. Wolle besitz aber im Gegensatz zu Seide und Kasein einen hohen Schwefelgehalt von 3-4%. Wolle fällt gleich wie Baumwolle in die Rubrik nachwachsende Rohstoffe.

Die Bezeichnungen Schurwolle oder Reine Schurwolle bringen zum Ausdruck, dass es sich um unmittelbar von einem lebende Tier stammende Wolle und nicht um alte aus Alttextilien recycelte oder von toten Tieren stammende Reißwolle handelt. Nach dem Textilkennzeichnungsgesetz wird reine Schurwolle mit der Buchstabenkombination WV gekennzeichnet. Reißwolle hingegen wird mit den Buchstaben WO gekennzeichnet.

Zur Wollgewinnung werden Tiere geschoren, ausgekämmt oder gezupft. Sämtliche Arten sind für die Tiere schmerzfrei, vergleichbar mit Haare schneiden oder lose Haare auskämmen bei Menschen.

Um die Wolle spinnen zu können muss diese erst gewaschen, gekämmt und gefärbt oder gebleicht werden. Nach diesem Vorarbeiten wird die Wolle mittels hochpräziser Spinnmaschinen zu einem dünnen Garn gesponnen. Die so entstandenen Fäden lassen sich dann zu Stoffen weben oder Stricken. Außerdem können aus den entstandenen Wollfäden Teppiche geknüpft werden.

Wolle hat eine so genannte natürliche Thermoregulationseigenschaft. Das bedeutet, dass sie im Faseinneren Wasserdampf aufnehmen kann, die Oberfläche jedoch Wasser abstößt. Die Fasern können bis zu 33% ihres Trockengewichts an Wasser aufnehmen ohne dass sich die Fasern feucht anfühlen. Wolle leitet Wasser viel besser ab als Baumwolle. Eine weitere vorteilhafte Eigenschaft von Wolle ist, dass Kleidungsstücke aus Wolle bis zu 85% aus Luft bestehen. Aus diesem Grund ist Wolle auch ein guter Wärmeisolator. Des Weiteren nimmt Wolle kaum Schmutz an und knittert kaum, da die Fasern elastisch sind. Wolle ist nur schwer entflammbar und nimmt im Gegensatz zu Kunstfasern den Schweißgeruch nur sehr wenig an. Nachteile von Wolle sind die oftmals kratzige Eigenschaft auf der Haut und das häufige Pilling. Diesen Eigenschaften kann jedoch mit entsprechender Ausrüstung entgegengewirkt werden.

Man unterscheidet Wolle aufgrund der Faserbeschaffenheit in drei Wolltypen. Merinowolle, Crossbredwolle und Cheviotwolle. Merinowolle ist sehr fein, weich und stark gekräuselt. Sie stammt vom Merinoschaf. Diese Wolle findet vor Allem in edlen Garnen für die Oberbekleidung Anwendung. Die Crossbredwolle ist mittelstapelig, mittelfein, nicht so weich und nicht so stark gekräuselt wie Merinowolle. Sie stammt von Crossbredschaf. Das Crossbredschaf ist eine Kreuzung zwischen Merinoschaf und Grobwollschaf. Haupteinsatzgebiet der Crossbredwolle ist Oberbekleidung und im Bereich der Heimtextilien. Die Cheviotwolle, die vom Cheviotschaf stammt ist eine langstapelige, derbe und grobe, glänzende Wolle. Sie ist nur sehr wenig gewellt und wird vor allem in der Teppichindustrie oder für technische Anwendungen wie Dämm-Material oder Bezugstoffe verwendet.

 

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